Where bright
minds meet

Deutschland

Anna Saidi befindet sich in der Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten in unserem Büro in Frankfurt. In ihrem Bericht erzählt sie von ihrem Weg zu Clifford Chance, der sie vor so manche (familiäre) Herausforderung stellte.

Meine gesamte Familie besteht seit meinem Urgroßvater – bis auf ein paar Ausnahmen – nur aus Zahnärzten, womit mein beruflicher Werdegang schon vorbestimmt schien. Doch es sollte anders kommen ...

2017 entschied ich mich, meine schulische Laufbahn vorerst mit der mittleren Reife zu beenden. Damit durchkreuzte ich die Erwartungen und Wünsche meiner Familie, dass ich nach einer akademischen Laufbahn eine der beiden Familien-Praxen übernehmen würde. Das hat mir die Entscheidung, mit der Schule abzuschließen, natürlich enorm erschwert. Aber ich wollte gerne endlich arbeiten, wusste nur noch nicht genau was. Zufällig ist meine Tante Anwältin und bot mir an, bei ihr in die Kanzleiwelt hineinzuschnuppern. Dies verbunden mit der Hoffnung, mein Interesse in Richtung Jura zu wecken – mit Erfolg!

Nach diesem Praktikum arbeitete ich bei einer kleinen Kanzlei und da mir die Tätigkeit Spaß machte, bewarb ich mich schließlich bei mehreren Großkanzleien. Erfreulicherweise erhielt ich einige Einladungen, auch von Clifford Chance, wo ich bald meine Ausbildung anfangen sollte.

Die Zusage erhielt ich ein paar Tage darauf und freute mich riesig. Ohne meine Familie auf meinen neuen Berufswunsch vorbereitet zu haben, stellte ich nun alle vor vollendete Tatsachen. Das war vielleicht eine große Aufregung! Nach dieser Herausforderung, mich den Erwartungen meiner Familie entgegenzustellen, kann ich heute stolz sagen, ein fester Bestandteil der Sozietät zu sein. Ich freue mich, eine so renommierte Kanzlei mit meiner Arbeit zu unterstützen. Auch meine Familie ist inzwischen glücklich und hat ihren Frieden damit gemacht, mich nie als Zahnärztin zu erleben.

Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, auf die innere Stimme zu hören. Denn nur so konnte ich einen Beruf finden, der mir Freude bereitet und in dem ich deshalb gute Leistungen zeigen kann. Und genau das sollte es doch sein, was sich eine Familie für einen wünscht. Das haben sie auch erkannt: Alle freuen sich, dass es mir so gut geht und ich erfolgreich bin. Aber so ganz ändert man sich vielleicht doch nicht: Heute träumen sie davon, mich als Anwältin zu sehen! Mal schauen, wo mich mein Weg noch so hinführt …